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GLOSSAR :: Biodynamische Therapie
Biodynamische Therapie  
 
Für die Biodynamik sind die annehmende Haltung des Therapeuten gegenüber dem Klienten sowie die Grundhaltung, dass nichts in der Therapie schmerzen muss, zentrale Elemente. Dabei wird darauf vertraut, die Selbstheilungskräfte im Klienten zu wecken. Wobei hier unter annehmender Haltung verstanden wird, dass der Klient "immer richtig ist" in seinem Fühlen (womit nicht gemeint ist, dass er immer Recht habe in seinem Denken und Bewerten).

Die in der psychotherapeutischen und psychiatrischen Sicht meist vertretene These einer Trennung von Körper und Psyche wird in der Biodynamik nicht vertreten. Statt dessen wird über die Ansätze der Psychosomatik hinaus die Annahme vertreten, dass Gefühle verkörpert werden, d.h. eine vom Körper und von körperlichen Empfindungen losgelöste Psyche nicht existiert. Mit therapeutischen Interventionen in Form von Berührung, Arbeit mit Bildmaterial und Gespräch wird versucht, die aus alten Erfahrungen heraus blockierte Lebensenergie wieder ins Fließen zu bringen. Nach Meinung der Biodynamik werden in muskulären Verspannungen, im Bindegewebe oder auf der Knochenhautebene Gefühle gehalten, die nicht zum Ausdruck kommen durften. Sie sollen behutsam unter Respektierung des Widerstands gelöst und entweder „ausgedrückt“ oder „verdaut“ werden.

Zum therapeutischen Prozess des „Ausdrückens“ Das Ausdrücken kann angeblich durch Regressionsprozesse hindurch gehen, in denen die meist frühkindlichen Erlebnisse erneut durchlebt und bislang unausgedrücktes endlich heraus gelassen wird. Wobei sich die Beschreibung von dem Nicht-zum-Ausdruck-kommen-gedurften nicht auf objektiv messbare Kriterien bezieht, sondern auf die vom Klienten erlebte Situation. Da es sich um Therapie handelt, sind dies in der Regel Situationen in der Kindheit, in denen sich der Klient gegenüber seinen Eltern machtlos fühlte und aus Angst vor Strafe oder aus dem Wunsch nach Anerkennung heraus seine Impulse unterdrückte. Der Begriff Lebensenergie bezieht sich auf die Kraft, die aus dem Es zum Ausdruck dieser Gefühle und Handlungsimpulse drängt.

Zum therapeutischen Prozess des „Verdauens“ Der in der Biodynamik begangene Weg, statt durch Ausagieren die gehaltenen Gefühle zu "verdauen", wird von Biodynamik-Therapeuten als „Psychoperistaltik“ bezeichnet. In diesem Prozess soll emotionaler Stress, wie z. B. unausgedrückte Gefühle, durch das Verdauungssystem verarbeitet werden. So wie Stress einem sprichwörtlich auf den Magen (genauer Darm) schlagen kann, so soll auch der Abbau des selben mittels des Darms vollzogen werden. Das heißt, in der Behandlung kommt es bei Abbau von Stress auch zu Verdauungsgeräuschen, die jedoch nichts mit der Verdauung von Nahrung zu tun haben. In der Arbeit am Klienten kann der Zusammenhang zwischen den Massagebewegungen des Therapeuten und der „Antwort“ des Darms des Klienten über die Psychoperistaltik mit einem Stethoskop mitverfolgt werden. Dieser Ansatz Gerda Boyesens soll in der Psychotherapie neue Behandlungsmethoden eröffnen wie die verschiedenen Formen der biodynamischen Massagen bis hin zum Deepdraining, das auf eine Veränderung der Haltemuskulatur hin arbeitet und so nicht nur die Körperhaltung sondern auch die damit einhergehende Veränderung der psychischen Haltung bewirken soll.

Da diese Arbeit am Körper auch ohne Sprache erfolgen kann, soll sie geeignet sein, Frühstörungen zu bearbeiten, die vor einem sprachlichen Bewusstsein aufgetreten sind. D.h. Konflikte, die im ersten Lebensjahr entstanden sind, in dem der Klient seine Welt noch nicht in Worten verstanden und erfasst hatte. Ein Bewusstsein über z. B. fehlenden Körperkontakt oder Sicherheit in dieser Phase ist nach Auffassung der Biodynamik als Gefühl vorhanden und kann vielfach vom Klienten nicht als Bedürfnis verbal ausgedrückt werden. In der Arbeit am Körper sollen über das so genannte Re-Parenting bzw. Nachnähren solche Störungen bearbeitet werden.

Ziel der Biodynamik ist es, den Menschen durch Abbau neurotischer Muster zu intensiverem Erleben zu verhelfen. Statt durch Angst entstandene Haltemuster soll sein Leben, Handeln und Fühlen vom Fluss der Libido bestimmt werden, die Ausdruck des Lebendigen in jedem von uns ist. Dabei ist die therapeutische Haltung die, dass der Klient Selbstheilungskräfte besitzt, die durch die Interventionen angestoßen und im Verlauf des Prozesses unterstützt werden. Für den Therapeuten ist es daher bei dieser Methode wichtiger, selbst durch diese Veränderungen gegangen zu sein, um begleiten zu können, als ein ausgeprägtes Methodenwissen zu besitzen.

Quelle: www.wikipedia.de
Autoren: Daniel P., LC, Wiggum, WikiCare, Schwarze feder u.a.
Dieser Eintrag unterliegt der GNU Lizenz für freie Dokumentation (GFDL). Hier finden Sie die Lizenzbestimmung.
   
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